Infobrief im Juni 2020 Fam. Pietzsch

Hallo ihr lieben Geschwister, Beter und Geber, offensichtlich war und ist diese Corona Periode eine Zeit des Aussortierens. Wir (ich glaube wir alle, also auch Ihr) waren geistlich und emotional teilweise bis aufs äußerste geprüft.
Was nicht niet und nagelfest war flog raus, blieb liegen.
Die Ungewissheit, was vor uns liegt ist glaube ich für uns alle schwer. Aber das birgt auch Vorteile.
Gott schüttelt seine Gemeinde hier in Schäßburg. Nach den Corona online Sessions kommen viele
Gläubige wohl aus Angst vor dem Virus nicht mehr zur Gemeinde. Das führt zu einer
Reformierung.
Vom hiesigen Baptistenpastor Florin Boruga wurde eine neue interdenominationelle Gruppe
gegründet, sie heißt „Frei in Christus“ und umfasst viele Christen aus verschiedenen Gemeinden. So gibt es dort jetzt einen neuen organischen Männerkreis, einen Frauenkreis und gemeinsame Treffen in denen jeder reden darf. Es ist unheimlich ermutigend nach der langen Isolation.
Dort sind auch vier andere Ehepaare, mit denen wir früher in unserer alten Muttergemeinde waren.
Auch David, mit dem ich nun zusammenarbeite mit seiner Frau Rodica ist dort.
So sorgt Gott dafür, dass wir als Familie uns nach langer Isolation wieder in der Hausgemeinde
langsam wieder in die Ortsgemeinde aller Gläubigen integrieren.
Ich helfe diesem englischen Missionar fast seit Anfang des Ausbruchs des Virus LKW Ladungen
und von uns dazugekauftes Essen in armen Dörfern zu verteilen und für arme Menschen um
körperliche Heilung zu beten und damit zu evangelisieren. Außerdem helfe ich David bei Baueinsätzen an kleinen Dorfgemeindehäusern und besonders hilfebedürftigen Personen mit meinen Fähigkeiten als Tischler. Ich bin so dankbar, dass ich während des Lockdowns durch die humanitäre Hilfe eine Sondergenehmigung hatte und mich so mit David fast uneingeschränkt in den Dörfern bewegen konnte.
Ich kann nicht mehr zählen wie vielen Menschen wir Essenstüten gebracht haben. Es ging uns
jedenfalls darum in dieser Zeit der inneren und äußeren Not, Gottes Güte durch diese Arbeit zu
proklamieren. Dabei kamen besonders im Dorf Eliseni einige Roma zum Glauben.
In unserer Familie ist auch einiges passiert: Alina hat offiziell ihre Prüfung zur Seelsorgerin bei ICL
als erste Rumänin, die nur hier in Rumänien ihre Ausbildung absolviert hat bestanden. Ab sofort
gehört sie zu einer kleinen Gruppe von nationalen Mitarbeitern, die dieses Material hier in
Rumänien lehren und in der Seelsorge arbeiten werden. Ich habe diese Ausbildung auch verfolgt,
die ganze Theorie zweieinhalb Jahre gelernt aber dann festgestellt, dass es einfach nicht mein Ding ist. Es wurde mir zu schwer mit dem Lernen und irgendwie zu strukturiert zu systhemisch. Das bin ich einfach nicht, das ist Alina.
Die Kinder haben nach monatelangem online Unterricht Ferien. Katharina hat ihre Prüfung der
Zulassung zur Oberstufe wohl bestanden.
Die 86 jährige Nachbarin, die Alina betreut hat ist gestorben.
Wir als Familie haben Alisia betreut. Sie ist geistig behindert und hat Autismus, weil alle
Familienmitglieder arbeiten mussten und die Einrichtung, die sie sonst betreut hat, auch geschlossen war.
Als eine neue Person, die wir betreuen betrachten wir auch den Freund unserer Tochter Ioana.
Alex ist ein Heimkind und braucht Familie und Nachbevaterung.
Er wohnt nicht bei uns im Haus. Das wäre mir zu stressig, sondern mit einem anderen jungen Mann
zusammen. Er ist jeden Tag bei uns.
Unsere Männergruppe hat online die ganze Zeit weiter stattgefunden und jetzt treffen wir uns
wieder richtig.
Unsere Hausgemeinde hat während des Virus irgendwann nicht mehr stattgefunden.
Eddy ist noch immer in Japan blockiert, wohl noch mindestens bis zum Herbst.
Lenuta hat ja einen ungläubigen Freund und musste während Corona doppelt arbeiten. Betet, dass
sie sich an den Herrn erinnert.
Tina war in Deutschland bei ihrem neuen Freund. Er ist aber auch nicht gläubig aber wenigstens
offen. Sie ist zurück aber wir haben uns noch nicht neu versammeln können. Sie beendet ihre
Ausbildung zur Psychopädagogin.
Calin hat auch gerade Examen als Pädagoge.
Und Rilona unsere Praktikantin geht nun am Ende des Monats nach fünf Monaten Anwesenheit. Es war nicht immer einfach mit ihr und uns in dieser schwierigen Zeit, in der wir ja über lange Zeit
isoliert auf dem Grundstück miteinander verbringen mussten.
Ich glaube aber, dass uns das Virus glaubensmäßig ein ganzes Stück weitergebracht hat.
Ich freue mich über die Treue mit der Ihr uns finanziell unterstützt und dass Ihr uns auch bis jetzt
selbst nach dem Virus die Treue gehalten habt. Danke Euch und Danke Jesus.
Hans mit Familie

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